Rückblick: „Jüdisch. Queer. Berlin“

Podiumsgespräch über Herausforderungen, Chancen und Gefahren für queere Jüdinnen:Juden

08. Juli 2026

Am Sonntag, den 5. Juli 2026 fand in der AHA Berlin die Veranstaltung „Jüdisch. Queer. Berlin.“ statt. Das Podiumsgespräch wurde vom Bündnis gegen Antisemitismus Tempelhof-Schöneberg mit Unterstützung der Partnerschaft für Demokratie „Gemeinsam in Tempelhof-Schöneberg – Demokratie leben!“ veranstaltet. Rund 70 Teilnehmende kamen zusammen, um über die Situation queerer Jüdinnen:Juden in Berlin zu diskutieren.

Nach einer Keynote von Nitzan Menagem, Vorständin von Keshet Deutschland e. V., diskutierten Nitzan Menagem, Rosa Jellinek (ehemalige Vorständin von Keshet Deutschland e. V.), Malwina Miziarska (Co-Sprecherin der LAG queer und der LAG Shalom, Die Linke Berlin) sowie Sigmount Königsberg (Beauftragter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin gegen Antisemitismus). Die Moderation übernahm Klaus Lederer, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und queerpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke.

Im Mittelpunkt der Diskussion standen die Erfahrungen queerer Jüdinnen:juden seit dem antisemitischen Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023. Die Podiumsgäste beschrieben dieses Ereignis als tiefen Einschnitt, der bestehende antisemitische Einstellungen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus sichtbar gemacht habe. Diskutiert wurde Antisemitismus als gesamtgesellschaftliches Problem, das sich in verschiedenen politischen Strömungen und Milieus zeigt. Dabei wurde insbesondere auf die Bedrohung durch rechtsextremen und islamistischen Antisemitismus hingewiesen. Zugleich thematisierten die Podiumsgäste antisemitische Tendenzen innerhalb queerer Communities sowie in Teilen der politischen Linken. In diesem Zusammenhang wurde auch die Auffassung diskutiert, dass Antizionismus in Teilen der politischen Linken zu einer kaum hinterfragten Selbstverständlichkeit und für manche zu einem identitätsstiftenden Element geworden sei.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass queere Jüdinnen:Juden innerhalb von Teilen der jüdischen Communities mit mangelnder Akzeptanz ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität konfrontiert sind. Die Diskussion machte damit die vielfältigen Spannungsfelder sichtbar, in denen sich queere jüdische Menschen bewegen.

Als mögliche Ansätze wurden ein empathischer und respektvoller Umgang miteinander, eine verstärkte Bildungsarbeit gegen Antisemitismus sowie der Aufbau breiter demokratischer Bündnisse gegen autoritäres Denken und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit hervorgehoben. Die anschließende Diskussion mit dem Publikum zeigte das große Interesse an einem offenen Austausch über die Herausforderungen und Perspektiven für ein solidarisches Zusammenleben.

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© Katharina Koch, Arbeit und Leben Berlin-Brandenburg
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