Tempelhof-Schöneberger Aktionswochen gegen Antisemitismus
Unser Programm
17. September 2026

Auch in diesem Jahr sind wir Teil der deutschlandweiten Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartner*innen haben wir ein Programm mit vielfältigen Themen und Formaten zusammengestellt.
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei!
Der 7. Oktober 2023 und die Folgen. Jüdisches Leben nach einer Zäsur
Podiumsdiskussion
Der Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 markierte für viele Jüdinnen und Juden in Deutschland einen tiefen Einschnitt. Infolge des antisemitischen Massakers kam es bundesweit zu einer regelrechten Welle des Antisemitismus. Berlin stellte einen Schwerpunkt der langanhaltenden israelfeindlichen Mobilisierung dar, die sich in deutlich steigenden Zahlen antisemitischer Vorfälle und Straftaten niederschlug. Die Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl, die gesellschaftliche Teilhabe und den Alltag von Jüdinnen und Juden sind bis heute spürbar.
Die Veranstaltung lädt dazu ein, über diese Entwicklungen ins Gespräch zu kommen, den Erfahrungen der Betroffenen Raum zu geben und Gegenstrategien zu diskutieren. Nach einer Vorstellung des Projekts KOLOT – קולות – STIMMEN, das die Folgen des 7. Oktober für Jüdinnen und Juden in Form von Videointerviews dokumentiert, folgt eine Podiumsdiskussion.
Datum: 05.10. (Mo)
Uhrzeit: 18:00-20:00 Uhr
Ort: wird nach der Anmeldung bekannt gegeben
Veranstaltende: die Beauftragten für Bürgerschaftliches Engagement und gegen Einsamkeit, Ehrenamtsbüro und der Beauftragte gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg von Berlin
Die Teilnahme ist nur mit Anmeldung bis zum 05.10., 12:00 Uhr möglich.
Zur Anmeldung
Im Gespräch mit Zeitzeugin Svitlana Petrovska
Vortrag
Svitlana Petrovska ist sechs Jahre alt, als Hitler in die Ukraine einfällt. Ihre Großmutter Anna und ihre Tante Ljolina werden mit 33.000 anderen jüdischen Menschen in Babyn Jar ermordet. Sie selbst flieht mit ihrer Mutter Anna nach Russland und kehrt nach dem Krieg nach Kiew zurück. Ihr Vater Wassilij kämpft in der Roten Armee, wird in ein KZ gesperrt und dann in einen Gulag. Sie arbeitet als Lehrerin, Historikerin und erhält den internationalen „Orden des Lächelns“. Sie erlebt Stalinismus, Sowjetunion, Befreiung und den brutalen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Svitlana Petrovaska: Zeitzeugin, Historikerin, Mensch….
Datum: 13.10. (Di)
Uhrzeit: 18:00 Uhr
Ort: Rathaus Schöneberg, John-F.-Kennedy-Saal, John-F.-Kennedy-Platz 1, 10825 Berlin
Veranstaltende: Schöneberg hilft e.V.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Dem Antisemitismus auf der Spur in Tempelhof-Schöneberg
Seit den Terrorangriffen der Hamas am 7.10.23 hat das Thema Antisemitismus auch hierzulande auf tragische Weise an Aktualität gewonnen. Viele Menschen fragen sich seither, wie es zu einer so explosiven Zunahme von Antisemitismus kommen konnte und was man im Alltag dagegen tun kann.
Wir möchten uns diesen Fragen bei einem Kiezspaziergang durch Tempelhof-Schöneberg nähern. Im Laufe von etwa vier Stunden werden wir auf ca. 3 Kilometern verschiedene Tatorte aufsuchen. Anhand der konkreten antisemitischen Taten wollen wir gemeinsam diskutieren, was Antisemitismus ist, wie man ihn erkennt, wovon er motiviert ist und wie er sich ideologisch, historisch und politisch entwickelt hat.
Unser Ziel ist die gemeinsame Reflexion und Diskussion, um das Bewusstsein für die aktuellen Formen von Antisemitismus zu fördern. Wir sprechen dabei über historische Phänomene wie christlichen und muslimischen Antijudaismus und Antisemitismus im Nationalsozialismus. Insbesondere wird sich unser Gespräch jedoch auf ganz aktuelle politische Phänomene wie sekundären, israelbezogenen, linken und islamischen Antisemitismus beziehen – wobei wir ein besonderes Augenmerk auf den 7. Oktober und dessen Folgen legen werden.
Datum: 18.10. (So)
Uhrzeit: 13:00 Uhr
Treffpunkt: Wittenbergplatz
Veranstaltende: Masiyot e.V.
Die Teilnahmezahl ist begrenzt und eine Teilnahme ist nur mit Anmeldung möglich. Anmeldung über info@masiyot.de

Antisemitismus in Schöneberg
Kiezspaziergang
Bei diesem Stadtspaziergang durch das Bayerische Viertel beschäftigen wir uns mit verschiedenen Formen von Antisemitismus und deren Erscheinungsformen im Alltag und der Geschichte. Anhand dokumentierter Fälle aus dem Register Tempelhof-Schöneberg und anhand historischer Stationen sprechen wir darüber, wie antisemitische Vorfälle sichtbar werden, wie sie sich im aktuell und historisch im Stadtteil zeigen und welche Auswirkungen sie auf Betroffene und die Gesellschaft haben.
Barrieren: 1,5 Stunde Laufen ggf. mit Treppenstufen, Sprache: Deutsch
Datum: 28.10. (Mi)
Uhrzeit: 17:00-18:30 Uhr
Treffpunkt: Rathaus Schöneberg
Veranstaltende: Registerstelle Tempelhof-Schöneberg
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Umgang mit Antisemitismus
Digitale Fortbildungsreihe in drei Teilen
„Erkennen Sie Antisemitismus?“, „Nehmen Sie antisemitische Strukturen in Ihrem Alltag wahr?“, „Welche Möglichkeiten haben Sie, mit Antisemitismus umzugehen?“ Die online durchgeführte Fortbildungsreihe thematisiert gegenwärtigen Antisemitismus und sensibilisiert für ein Verständnis von Antisemitismus als Gewalt- und Ungleichheitsverhältnis. Die Teilnehmenden haben die Gelegenheit, ihre Beziehung zu Antisemitismus zu reflektieren und diese mit den Traditionslinien des gesellschaftlichen Umgangs mit Antisemitismus nach 1945 in Verbindung zu bringen. Die Module bieten Unterstützung beim Einüben eines professionellen Umgangs mit Antisemitismus.
Ziel der Fortbildungsreihe ist die Stärkung der Wahrnehmungs-, Deutungs- und Handlungskompetenz im Umgang mit Antisemitismus. Sie richtet sich an interessierte Menschen aus der Zivilgesellschaft. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Da die Module aufeinander aufbauen, ist eine Teilnahme an allen drei Einheiten erwünscht.
Datum: 03.11., 10.11. & 17.11. (jeweils Di)
Uhrzeit: jeweils 16:30-19:30 Uhr
Ort: Online
Veranstaltende: Volkshochschule Tempelhof-Schöneberg in Kooperation mit dem Bildungsprojekt „ACT gegen Gewalt“ des Kompetenzzentrums antisemitismuskritische Bildung und Forschung (KOAS)
Die Teilnahmezahl ist begrenzt und eine Teilnahme ist nur mit Anmeldung möglich.
Anmeldung über die VHS
Stolpersteine entdecken: Ein digital unterstützter Rundgang durch Mariendorf
Kiezspaziergang
Wir laden herzlich zum ersten Rundgang unseres neuen Actionbounds ein! Auf einer interaktiven Route von der Richterstraße 48 bis zum Mariendorfer Damm 30 entdecken Sie die Geschichten hinter den Stolpersteinen in Mariendorf und lernen die Lebenswege der Menschen kennen, an die sie erinnern: Günther Keil, Gerti Davidsohn, Richard Davidson, Kurt Rühlmann, Erich Gentsch, Willy Matthes, Berthold Guther, Lina Guther, Hermann Leitner und Selma Leitner.
Der Actionbound verbindet historische Spurensuche mit digitalem Erlebnis und lädt dazu ein, sich aktiv mit den Geschichten und den Schicksalen der genannten Mariendorfer*innen auseinanderzusetzen.
Datum: 08.11. (So)
Uhrzeit: 13:00-15:00 Uhr
Treffpunkt: Kastanienwäldchen am Volkspark Mariendorf, ca. 5 Minuten von der U-Bahn Station Alt-Mariendorf entfernt (Mariendorfer Damm)
Veranstaltende: Stolpersteininitiative an der B96
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Jiddische und hebräische Lieder zur Pogromnacht
Gedenkkonzert
Der 9. November 1938, als in Deutschland jüdische Geschäfte zerstört und Synagogen in Brand gesetzt wurden, markierte den Übergang von der rechtlichen Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung zur systematischen Verfolgung, die drei Jahre später in ihre physische Vernichtung mündete. Alljährlich erinnert der GofenbergChor mit Liedern in jiddischer und hebräischer Sprache an die Ereignisse vor 88 Jahren.
Das Gedenkkonzert findet in Zusammenarbeit mit der Stiftung ZURÜCKGEBEN statt, die in Deutschland lebende jüdische Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen fördert. Sie würdigt damit den Beitrag, den Jüdinnen heute wieder für Kultur und Gesellschaft in Deutschland leisten. Die Mittel dafür stammen von nichtjüdischen Deutschen. Manche von ihnen haben Eltern, Großeltern oder Verwandte, die sich zwischen 1933 bis 1945 widerrechtlich jüdische Besitztümer – von Kunstwerken und Häusern bis zu Alltagsgegenständen– angeeignet haben. Andere haben keinen biographischen Bezug, aber wissen um die vielfältigen Formen der Vorteilsnahme fast aller Deutschen aus der Beraubung der Juden Europas. Eine Zurückgabe insbesondere von Hausrat ist nur im Ausnahmefall möglich. Die Nachkommen der direkten sowie der indirekten Profiteure können allerdings die Einsicht und das Gefühl zulassen, dass sie den Nachkommen der Geschädigten etwas schuldig sind. Der Stiftungsname ZURÜCKGEBEN bringt das zum Ausdruck.
Datum: 08.11. (So)
Uhrzeit: 17:00 Uhr
Ort: Rathaus Schöneberg, Theodor-Heuss-Saal, John-F.-Kennedy-Platz 1, 10825 Berlin
Veranstaltende: GofenbergChor
Die Teilnahmezahl ist begrenzt und eine Teilnahme ist nur mit Anmeldung möglich.
Anmeldung über mafueg@aol.de

Gedenkveranstaltung für die Opfer der Reichspogromnacht
In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 wurden Synagogen, jüdische Friedhöfe, Geschäfte und Wohnhäuser in Brand gesteckt und demoliert. Tausende jüdische Mitmenschen wurden in dieser Nacht misshandelt, verhaftet oder ermordet.
Unmittelbar zuvor hatte es ein Attentat auf den Legationsrat der deutschen Botschaft in Paris, Ernst vom Rath, durch den polnischen Juden Herschel Grynszpan gegeben. Dies nahm die NS-Führung zum Anlass, massiv gegen die jüdische Bevölkerung im Land vorzugehen. Die gewalttätigen Ausschreitungen gegen Juden und deren Eigentum wurden durch eine Hetzrede Josef Goebbels im Rahmen der jährlichen Versammlung der NSDAP-Führerschaft am 9. November 1938 indirekt angewiesen. Der Novemberpogrom gilt als das offizielle Signal zum größten Völkermord in Europa.
Jedes Jahr am 9. November findet am Mahnmal der ehemaligen Synagoge in der Münchener Straße 38 in Schöneberg eine Gedenkveranstaltung statt, bei der den Opfern der Reichspogromnacht mit einer Kranzniederlegung und einer gemeinsamen Schweigeminute gedacht wird.
Datum: 09.11. (Mo)
Uhrzeit: 16:00 Uhr
Ort: Mahnmal der ehemaligen Synagoge, Münchener Str. 38, 10779 Berlin
Veranstaltende: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Wir waren Nachbarn: Franz Michalski
Vortrag und Dossiervorstellung
Begleittext folgt
Datum: 09.11. (Mo)
Uhrzeit: 17:00 Uhr
Ort: Rathaus Schöneberg, Ausstellungssaal, John-F.-Kennedy-Platz 1, 10825 Berlin
Veranstaltende: Verein frag-doch! e.V. in Kooperation mit dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Lebensmelodien: „Morgen wieder Lustik“
Konzert
Auch in diesem Jahr findet in der Apostel-Paulus-Kirche Berlin wieder ein Lebensmelodien-Gedenkkonzert statt: „Morgen wieder Lustik“ – bewusst und historisch korrekt mit „k“ geschrieben. Im Mittelpunkt des Konzerts stehen Komponist*innen, die in Berlin lebten, wirkten und komponierten. Ihre Musik und ihre Lebensgeschichten erzählen von jüdischem Leben in der Stadt, von künstlerischem Schaffen, Verfolgung und Erinnerung.
Datum: 09.11. (Mo)
Uhrzeit: 19:00 Uhr
Ort: Apostel-Paulus-Kirche, Grunewaldstr. 77A, 10823 Berlin
Veranstaltende: Evangelischer Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg
Die Teilnahmezahl ist begrenzt und eine Teilnahme ist nur mit Anmeldung möglich.

Direkt vor der Haustür – Stolpersteine in Lichtenrade
Kiezspaziergang
Im Ortsteil Lichtenrade erinnern 33 Stolpersteine an 13 Adressen an von den Nationalsozialisten verfolgte und ermordete Menschen, die dort jeweils ihren letzten Wohnsitz hatten. Die meisten dieser Menschen waren Jüdinnen und Juden oder sie wurden durch die NS-Rassegesetzgebung zu solchen definiert. In dem ca. zweistündigen Spaziergang wird eine exemplarische Auswahl der Adressen rund um die Bahnhofstraße besucht und über die dort verfolgten Menschen berichtet.
Datum: 15.11. (So)
Uhrzeit: 11:00-13:00 Uhr
Treffpunkt: S-Bahnhof Lichtenrade / Ecke Wünsdorfer Straße
Veranstaltende: Berliner Geschichtswerkstatt e.V. in Kooperation mit der Volkshochschule Tempelhof-Schöneberg
Die Teilnahmezahl ist begrenzt und eine Teilnahme ist nur mit Anmeldung möglich. Anmeldung über vhs@ba-ts.berlin.de
Digitaler Antisemitismus
Fachtag
Digitaler Antisemitismus ist ein wachsendes gesellschaftliches Problem, das sozialen Zusammenhalt und demokratische Teilhabe gefährdet. Antisemitische Narrative, Codes und Bilder verbreiten sich besonders über soziale Netzwerke, Gaming-Communities und Messenger-Dienste. Durch algorithmische Verstärkung können sie schnell eine große Reichweite bekommen und auch in lokale Zusammenhänge hineinwirken – etwa in Bildungsräume, Arbeitskontexte und zivilgesellschaftliche Praxis. Damit ist das Thema auch für den Bezirk Tempelhof-Schöneberg relevant. Gleichzeitig fehlt vielen Fachkräften und Multiplikator*innen praxisnahes Wissen zu aktuellen digitalen Erscheinungsformen von Antisemitismus und zu möglichen Gegenstrategien. Ziel des Projekts ist es daher, Fachkräfte und Akteur*innen aus Bildung, Zivilgesellschaft und politischer Bildung für digitalen Antisemitismus zu sensibilisieren, ihre Analyse- und Reflexionskompetenz zu stärken und ihnen Handlungsmöglichkeiten für die eigene Praxis aufzuzeigen. Gleichzeitig fehlt vielen Fachkräften und Multiplikator*innen praxisnahes Wissen zu aktuellen digitalen Erscheinungsformen von Antisemitismus und zu möglichen Gegenstrategien. Ziel des Projekts ist es daher, Fachkräfte und Akteur*innen aus Bildung, Zivilgesellschaft und politischer Bildung für digitalen Antisemitismus zu sensibilisieren, ihre Analyse- und Reflexionskompetenz zu stärken und ihnen Handlungsmöglichkeiten für die eigene Praxis aufzuzeigen.
Datum: 26.11. (Do)
Uhrzeit: 09:00-17:00 Uhr
Ort: Rathaus Schöneberg, Theodor-Heuss-Saal, John-F.-Kennedy-Platz 1, 10825 Berlin
Veranstaltende: Zentrum für kritische Sozialwissenschaften e.V.
Informationen zur Anmeldung folgen in Kürze.
